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Freiheit, Staat, Angst?

Dagegen!

Viele politische Gruppen, so auch die Piraten, lassen sich in eine reaktionäre Position drücken. Gegen ACTA, gegen TTIP, gegen Überwachung…

immer nur gegen,gegen,Gegen !

Aber das reicht nicht. Ich möchte Mitglied einer progressiven Partei sein, einer Partei die ruft Freiheit statt Angst!  Einer Partei die auf der Schockwelle reitet und diese lenkt – vielleicht sie sogar beherrschen lernt bevor sie alle überrollt.

Verantwortung

Im Studium habe ich gelernt, dass ein Wissensvorsprung auch immer Verantwortung mit sich bringt. Die forschenden dieser Welt müssen so gut es geht die Risiken und Nebenwirkungen ihres Tuns abschätzen und die Gesellschaft entsprechend informieren. So einen uneinholbaren Wissensvorsprung haben auch viele Menschen in der Piratenpartei. Meistens im Bereich EDV, Computer bzw. „Internet“. Ich kenne Menschen die sind Mitglied geworden weil ihre Firma an einem Datenverdichtungsprogramm arbeitet, dass ihrer Meinung nach sehr mächtig wird. Ich wusste damals noch nicht einmal was Datenverdichtung ist, aber sie haben die Schockwelle gesehen und wollen die Gesellschaft darauf vorbereiten. Kurz zur Erläuterung: Datenverdichtung bedeutet aus mehren Informationen sinnvoll zu kombinieren.
Anna hat am Montag Schokoladeneis gekauft. Anna hat am Dienstag Schokoladeneis gekauft.“ Ein Datenverdichtungsprogramm kann jetzt schließen: Anna mag Schokoladeneis. Anna kauft ca. einmal die Woche ein. Anna hat keine Allergie gegen Kakao oder Lactoseintoleranz

Verbote haben Angst – Freiheit macht Mut

Ganz schon gruselig nicht war? Am besten gleich verbieten!

Doch: Wird das Programm nicht in einer Firma entwickelt, wird es bald eine andere tun. Die Welle kommt, da hilft kein Dagegen! oder Verbieten.

Dürrenmatt hat es in Die Physiker schön gesagt: „Was einmal gedacht wurde, kann nicht mehr zurückgenommen werden.“ 3D Drucker werden auf absehbare Zeit Waffen ausdrucken, Computer kopieren Musik, Geheimdienste sammeln alles…

Meiner Meinung nach sollten wir Lösungen finden welche die Realität  verändern und sie nicht verleugnen.

Meine Wunschpiraten sollten lieber sagen wie sie den Wandel gestalten wollen. Was soll stattdessen passieren ?
Angst ist ein schlechter Ratgeber. Wir waren die mit „Klarmachen zum Ändern “ Und das sollten wir wieder in den Vordergrund rücken.  Das fängt damit an das Ändern klar zu Machen.

Natürlich soll die Privatsphäre auch im Netz existieren, aber nicht durch die Gnade von Regierungen sondern weil wir ein besseres Netz bauen können!

Natürlich muss TTIP weg.  Aber nicht aus Angst vor dem „Chlor-Huhn“ sondern weil gerechter Handel anders besser geht.

Auf in den Sturm

Ich fand es traurig als ein Kandidat auf dem Bundesparteitag mit dem Aufruf „Auf in den Sturm!“ in seiner Kandidatur-Rede nur hochgezogene Augenbrauen bekam und dazu hämische Kommentare der Versammlungsleitung bezüglich der Lautstärke seines inbrünstigen Auftritts . Ich glaube genau dieses Feuer was dieser Pirat gezeigt hat ist es was uns nach vorne bringt. Der Mut zur Veränderung und der Glaube „das geht besser“. Das war es was die Menschen überzeugt. Der authentische und bescheidene Anspruch die Welt ein kleines bisschen besser zu machen. Diese Begeisterung war ansteckend, so sehr das auch in der Presse viel gutes zu lesen war, 20% der Menschen fanden die Piraten wählbar, und viele haben es auch getan. Ich sehe keinen Grund warum sie es nicht wider tun sollten.

Klarmachen zum Ändern!

Aufruf zum mitmachen: Strukturen für die Piraten

Der Stein des Anstosses

In diesem wundervollen Aufsatz „“The Tyranny of Structurelessness“ von Jo Freeman, den man hier auch auf Deutsch lesen kann, werden zentrale Probleme von „Strukturlosen Gruppen“ beschrieben.

Um es stark zu verkürzen:

Leute organisieren sich wenn sie zusammen etwas erreichen wollen. Wenn dieses Organisieren nicht formal gelöst ist, dann bilden sich informelle Strukturen.

Das Problem dabei ist, dass informellen Strukturen meist:

  • starke Hierarchie aufweisen
  • intransparent sind
  • nicht demokratisch legitimiert sind

Gedanken zu Strukturen vs. Hierarchien

Viele Menschen innerhalb der Piratenpartei setzten Struktur mit Hierarchie gleich. Und lehnen deshalb beides ab. Dabei sind demokratische und transparente Prozesse doch Strukturreich! Flache Hierarchien (Basisdemokratie) und flexible Entscheidungsprozesse (liquide Demokratie) benötigen extrem viel Struktur.

Ich stimme also in den Reigen derjenigen ein, die nach mehr und neuer Struktur rufen. Gefühlt ist das unter allen PiratInnen die mehr als zwei Tage lang verantworten übernommen haben Konsens. Worüber diese sich aber meines Wissens nach leider ausschweigen ist  wie genau sie sich das vorstellen.

Einfach mal Machen – der Plan

Das möchte ich besser machen. Falls du dabei mithelfen willst: Bitte melde dich.
Auch falls du jemanden kennst, der sich auch mit dem Thema auseinander setzt, bitte gib mir Bescheid.

Ich werde eine ganze Reihe von Veröffentlichungen zu dem Thema raushauen in nächster Zeit.

Meine geplante Roadmap sieht wie folgt aus:

  1. Team suchen (das hier): Wer hat bereits zum Thema Strukturen innerhalb der Piraten gearbeitet und mit welchen Ergebnissen? Mit wem kann ich zusammenarbeiten?
  2. Recherche intern: welche Prozesse und Strukturen gibt es innerhalb der Piratenpartei und wie gut funktionieren sie?
  3. Revision: Welche Aufgaben und Anforderung gibt es an Prozesse und Strukturen innerhalb der Piraten? Welche Aufgaben werden gelöst und wie? Welche Anforderungen gibt es?
  4. Recherche extern: Welche Prozesse und Strukturen gibt es in anderen Organisation, die ähnliche Aufgaben erfüllen? Wie funktionieren sie? Was können wir daraus lernen?
  5. Kreation: Welche Prozesse und Strukturen können verbessert werden? Wie könne  ungelöste oder schlecht gelöste Aufgaben und Anforderungen besser erfüllt werden?
  6. Revision #2: Wie können die Verbesserung konkret umgesetzt werden?
  7. Exekution: Piratenpartei verbessern, Welt retten.

Auf diesen Plan bin ich nicht festgefahren, er erscheint mir Gerade einfach sinnvoll.

Klarmachen zum Ändern!