Kategorie-Archiv: Allgemein

whatsapp ist jetzt „sicher“

TLDR[1]: Nein Whatsapp macht nur gutes Marketing, solange die App selbst nicht offen ist.

Der Facebook-Konzern verhält sich sehr merkwürdig. Erst wird facebook.com als sogenannter hiddenserive direkt über das TOR Anonymisierungs-Netzwerk erreichbar und dann richten sie wirksame Verschlüsselung für die beliebte Nachrichten-App Whatsapp ein.

Ist der Facebook-Gründer Mark Zuckerberg jetzt unter die Datenschützer gegangen?

Zu gerne ich das glauben würde, Großkonzerne verhalten sich leider

1: too long didn’t read, zu deutsch zu lang nicht gelesen. Hier verwendet um ein vorangestelltes Fazit ein zu leiten.

#netzpolitikhd die Auftaktveranstaltung mit Markus Beckedahl

Die Universität Heidelberg veranstaltet gerade die Ringvorlesung:

WER REGIERT DAS INTERNET? REGULIERUNGSSTRUKTUREN UND -PROZESSE IM VIRTUELLEN RAUM

Ich habe die Auftaktveranstaltung am 30.10. besucht. Eingeladen wurde Markus Beckedahl, Betreiber von netzpolitik.org der einen Vortrag unter dem Titel Die digitale Gesellschaft – Netzpolitik, Bürgerrechte und die Machtfrage hielt. Es wird eine Aufzeichnung auf der Website der Veranstaltung veröffentlicht werden. Die folgenden Schilderungen basieren auf meinen Notizen und Erinnerungen, die genauen Formulierungen werde ich mir in der Aufzeichnung heraussuchen und den Text entsprechend anpassen.

Die sich anschließende Diskussion wurde nicht mit aufgezeichnet.
Zunächst gab es eine gute 20 Minuten lang Vorreden von Seiten der Universität.

Die digitale Gesellschaft – Netzpolitik, Bürgerrechte und die Machtfrage“ – ein Vortrag in 4 Teilen

Ein gut gelaunt wirkender Herr Beckedahl begann mit Hilfe von einer Beamer-Präsentation zu erzählen. Ich habe schon einige Interviews mit dem Vortragenden gesehen und hatte deshalb eine eher schlechte Vormeinung von ihm. Ich empfand seine verbalen Beiträge als rhetorisch schwach bis mittelmäßig vorgetragen, seine Gedanken unpointiert und wenig originell. Das sollte wahrscheinlich beim lesen der folgenden Schilderungen berücksichtigt werden.

Der Vortrag war in Vier Teile geteilt denen Herr Beckedahl jedoch keine Namen gab.

(I) Überwachung

Der erste Teil des Vortrags widmete sich der Überwachung. Außer, dass die dogmatische Lobpreisung St. Snowdens neben den Engelsdarstellungen an den Wänden der alten Aula besonders gut zur Geltung kam, waren dort keine Überraschungen für mich. Die Beispiele waren passend und haben die Situation recht gut zusammen gefasst.

(II) Internet

Teil #2 widmete sich der Geschichte des Internets. Bzw. Was ist Internet? Wie es der Zufall so wollte hatte ich just am selben Tag vormittags ebenfalls einen Vortrag über die Geschichte des Internets gehalten. In meinem Vortrag setzte ich unter anderem ein Video ein , dass er auch in seinem Blog verlinkt hatte und deshalb wohl kennt. Der Vortrag widersprach jedoch in weitem Zügen dem Video. Beckedahl behauptete, dass das Netz „frei und dezentral erfunden wurde“ während das Video zeigt, dass das Internet nicht als Ganzes erfunden wurde sondern eine verteilte mehrschrittigen Entwicklung war und zunächst mal eine Mainframe-Client Struktur aufwies. Das fand ich dann doch sehr irritierend. Jetzt wo die mp3 Aufzeichnung online ist, konnte ich den Namen auf den er sich bezog auch verstehen: David Reed, einer der Menschen die das TCP/IP Protokoll entwickelten. Tatsächlich hat er Recht, dass die Designentscheidung weitreichende folgen hatte. Diese Entscheidung mit dem Impetus aufzuladen, dass hier bewusst jeder Dienst und jede Hardware am Netzwerk teilhaben können soll, finde ich etwas steil. Zumindest konnte ich in dem Paper über End-to-End von David Reed keine Argumente in der Richtung finden.  Eine Netzrecherche ergab meinerseits nur einen Blogpost, der Reed unterstellt für Netzneutralität zu sein. Aussagen von Reed selbst konnte ich dazu nicht finden.

Man entschied sich eine sehr schlaue Richtung, nämlich das Ende zu Ende Prinzip ein zu führen. Nämlich das wir an den Enden des Internets das Recht haben söllten  jede Hardware zu Nutzen, jede Software zu nutzen, jedes Protokoll zu nutzen, jeden Dienst zu nutzen, mit den anderen Menschen an den Anderen Geräten kommunizieren zu können,ohne das jemand in der Mitte sagt, das geht, das geht nicht, das geht schneller, das geht langsamer, oder hier nehmen wir mal Mautgebühren

-Markus Beckedahl (ab Minute32 Sekunde 56 in der mp3)

Zu diesem Zeitpunkt eine bewusste Entscheidung zu Behaupten ist einfach Unsinn. Es ist richtig, dass diese Designentscheidung am Ende diese Folgen hatte, aber es ist auch genauso richtig, dass schon im Arparnet Priorisierung statt fand. Die technische Möglichkeit verschiedenen Geräte ein zu setzen war hier nicht als Konsumentenrecht gedacht, sondern wurde getroffen um das Forschungsnetzwerk weiter ausbauen zu können. Als Tcp/Ip aufkam war von einem Internet wie wir es heute können überhaupt nicht zu reden.

(III) Meine erste Urheberrechtsverletzung – oder?

Abschnitt Drei könnte Urheberrecht überschrieben sein .
Beckedahl erzählte davon, dass seine erste Urheberrechtsverletzung wohl in der Schule war als er Kollagen erstellte und diese im Klassenzimmer anbrachte. Weil das ja ein illegaler Remix und öffentliche Aufführung ist. Es bleibt unklar ob sich der Referent dort mental in einem Fahrstuhl befand, zumindest liegt er hier gleich auf zwei Ebenen falsch.
Ersteinmal sind Fotokollagen auch in Deutschland in aller Regel legal . Das Anbringen im Klassenzimmer stellt keine Öffentliche Aufführung dar und selbst wenn, gelten für Schulen und öffentliche Bildungseinrichtungen Sonderregeln.

Sogar Gema, die ja sonst als der Copyright-Beelzebub gilt, macht beim Schulfest die Hand nicht auf solang es keinen Eintritt kostet.

Am Beispiel des viralen Musikvideos Gangnam Style sollte nun verdeutlicht werden, dass die Musiklabels gelernt habe virales Marketing zu schätzen. Dumm nur, dass Psy erst durch den viralen Erfolg bei einem internationalen Label unterschrieb und vorher nur bei einem kleinen asiatischen Label unterwegs war. Das die Remixe nicht weg-geklagt wurden lag also nicht daran, dass Universal etwas gelernt hat sondern daran, dass sie zunächst einmal erst nach dem viralen Erfolg die Rechte hatten. Ein passendes Beispiel wäre „Call me Maybe“ gewesen.

(IV) Gesellschaft – oder so

Der Rest des Vortrags war dann für mich von unvorteilhaften Vereinfachungen, schlechten Metaphern und plumper Politikerschelte geprägt.

Fragerunde

Neben der Tatsache, dass alle Folien des, sich selbst als Journalisten bezeichnenden, Referenten aus zusammen geklauten Bildern bestanden (Quellenangaben fehlten vollständig) empfand ich es als Negativhöhepunkt wie Beckedahl auf die Frage nach der Strafverfolgung von krimminellen Tor-Usern reagierte. Meiner Meinung nach eine Standardsituation eines jeden Netzaktivisten. Die Erklärung, dass ja zum Beispiel in China das Rechtsverständnis ein Anderes ist (Was wir Regierungskritiker nennen sind dort Verbrecher) war so schwach vorgetragen, sodass sogar eine Person aus dem Publikum (nicht ich) seine Wortmeldung nutze um nochmals bessere Argumente zu nennen warum Anonymität im Netz nicht zu einem rechtsfreien Raum führt. Dieses Meme ist so alt, dass es sogar in den FAQ der Cypherpunks als einer der Reiter der Infokalypse aufgezählt wird. In den FAQ des Tor-Projektes  findet sich eine gute Antwort auf die Frage.

Warum bin ich so gemein?

Wer sich gut bezahlt als Experte in eine Uni einladen lässt sollte wenigstens einen sachlich richtigen Vortrag abliefern. Das Markus Beckedahl kein guter Redner ist und aus ihm auch kein Pädagoge wird, ist in Ordnung. Aber es wurmt mich wenn sojemand das ganze Feld Netzpolitik vertritt. Ich unterstelle ihm ja garnicht, dass er bewusst scharf an der Grenze zur sachlichen Falschheit die Fakten interpertiert, wie sie in seine Agenda passen. Das darf und muss man als Aktivist. Mein Problem ist, dass er es wohl unbewusst tut und diese Grenze auch überschreitet. Ich male mir aus wie er mit der selben schwachen Argumentationslinie meine Standpunkte gegenüber Entscheidungsträgern vertritt. Bei dem Gedanken wird mir mulmig.
Den Blog netzpolitik.org lese ich selten, deshalb traue ich mir kein Urteil über den Journalisten Beckedahl zu. Seine Arbeit bei der digitalen Gesellschaft mag ich genausowenig beurteilen. Als Redner jedoch enttäuscht mich Beckedahl genauso wie als Diskutant.

Als Frauen die Informatik an den Nagel hingen

Der amerikanische Radiosender NPR hat ein interessantes Feature/Podcast produziert: When Women Stopped Coding

Der Aufhänger ist eine Statistik die zeigt, dass 1984 die Anzahl der weiblichen  Informatikstudierende zusammengebrochen ist. Der Podcast geht auch ein wenig auf die weiblichen Pioniere in der Informatik ein, die vor 1984 viele entscheidende Beiträge lieferten.

Portrait of Grace Hopper in military uniform
„amazing“ Grace Hopper , hat den ersten Compiler entwickelt

 

Ein Kommentar unter dem Podcast ist mir ins Auge gestochen:

Women are a little more than half the population of the United States, and about half the population of the world. When they are prevented from reaching their full potential, we all lose. The nations that will win out the 21st century, will be the nations that makes the most of all its citizens. Rich, poor, gay, man, women, etc. Let us stop writing off this issue and feeling threatened as men by intelligent women. We will need them if we’re going to succeed going forward.
Benjamin Brown

Der Podcast ist auf jeden Fall hörenswert. Sollte die Datei nicht mehr verfügbar sein. Meldet euch bei mir. Ich finde bestimmt eine Lösung 😉

Gedächtniss-Stütze für Scientology

Die Scientology-Organisation nutzt das sogenannte „Recht auf Vergessen“ um unser Gedächtnis bezüglich dessen was der Spiegel 1995 berichtete zu schwächen. Ich verlinke hier diesen Artikel des Spiegels um dafür sorge zu tragen, dass dieser Plan nicht aufgeht.

In dem Artikel geht es darum wo die Scientology-Sekte ihr Geld herbekam, wie sie mit Häuser und Immobilien jongliert hat. Mit welchen Methoden sie sich finanzierte.

Hier ist der Artikel den wir vergessen  sollen http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-9183695.html

Muss man blockieren?

tldr: Warum muss man bestimmte Demo’s blockieren?  Bitte erklärt es mir.
Anlass: Piraten ziehen Unterstützung für Dortmunder Anti Nazi Bündnis zurück

Kommentar zum konkreten Vorfall: Beide Position sind für mich vertretbar, wäre halt gut wenn man hier ne SMV hätte um zu klären was den die Meinung der Mehrheit ist. So geht wieder das Zerfleischen los.

Zur konkreten Frage: Soll man Demonstration von Nazi’s und anderen Menschenverachtenden Gruppen blockieren?

Ich bin da nicht ganz festgelegt und würde gerne eure Gründe hören. In mehr als 140 Zeichen. Bitte erklärt es mir.

Warum ist es ne gute Idee? Warum sind andere Wege gegen Hass vorzugehen schlechter? Was denkt ihr ist mit einer erfolgreichen Blockade erreicht?

Ich habe große Zweifel daran, dass so eine Blockade das Problem dass ich sehe löst. Das Problem ist das Menschen Hass im Herzen tragen.

Ja diese Leute sollen den Hass nicht verbreiten.  Und sie sollen Merken, dass viele Menschen eine andere Meinung haben als sie. Aber erreicht man das mit einer Blockade am besten? Sollte man nicht viel eher die Demonstration unterwandern und versuchen mit den Menschen ins Gespräch zu kommen?

Wäre es nicht besser eine Begleitende Demo zu machen und Flyer für Exit den Nazi’s zukommen zu lassen? Diesen Menschen sagen: „Hass braucht kein Mensch, auch du nicht.“ „Du bist willkommen , dein Hass nicht“

Ich habe wenig Erfahrung als Antifaschist, in Sinne von Demogänger. Deshalb kann es durchaus sein, dass meine Vorstellungen total naiv sind und ich etwas übersehe. Meine Erfahrung als täglicher Antifaschist, wenn ein rassistischer Spruch fällt wenn „den Ausländern“ die Schuld gegeben wird wenn „es die faulen Griechen“ heißt: Dann habe ich von Mensch zu Mensch Angesicht zu Angesicht kontra gegeben.  Aber „Nazi’s weghassen“ wirkt doof auf mich.

Bitte erklärt es mir bitte liebe Menschen die eine Blockade gut finden. Gerne lese ich auch lang Texte oder nehme Verweise auf Texte entgegen die das erklären.

PS: Die Vorschläge die ich hier mache sind nicht 100% ernst gemeint sondern Denkanstöße und Gedanken die von anderen gehört habe.

 

 

 

kurz Notiert: zweierlei Maß

kurz Notiert: zweierlei Maß

Sport

Wenn „der Russe“ Sport macht ist das böser Militarismus
http://www.welt.de/politik/ausland/article126158455/Putin-fuehrt-Wehrertuechtigung-in-Russland-wieder-ein.html
vs.
https://de.wikipedia.org/wiki/Bundesjugendspiele

Transparenz

Wenn „der Russe“ transparente Urnen nimmt ist das Manipulation
(ging ausreichend durch die Medien)

In Frankreich allerdings mit guten Grund üblich
https://de.wikipedia.org/wiki/Wahlurne

Und die OSZE erwähnt in ihrem Walbeobachter Handbuch (Seite 77)
alle möglichen Dinge auf die man achten soll, aber nicht, dass transparente Urnen etwas schlechtes sind Quelle: http://www.osce.org/odihr/elections/68439

Fazit

Natürlich habe ich eine Meinung dazu, aber wie immer: Denk selbst!

 

PS: http://www.youtube.com/watch?v=jJ2Fh_xGrKU

Cryptoparty am 22.03.

tl,dr:

Es war CryptoParty: Link zum VideoPDF Handout  + Prezi

Cryptoparty mit der Bunten Linken in Heidelberg

Gestern habe ich zusammen mit der Bunten Linken in Heidelberg eine Cryptoparty veranstaltet. Mein Part war lediglich die Anmeldungen entgegen zu nehmen und den Vortrag zu halten.

Arnulf Weiler-Lorentz hat einen kurzes Referat zur gesetzlichen Grundlage der Überwachung durch die NSA gehalten, bei dem sogar für mich neue Aspekte beleuchtet wurden (Folien in Kurzform)

Mein Vortrag konzentriere sich vor allem darauf Technische Zusammenhänge verständlich zu machen und dann im Praxis-Teil ganz konkrete Mittel und Wege zur digitalen Selbstverteidigung auf zu zeigen.  Wer den Vortrag verpasst hat wird das meiste über diese Videoaufzeichnung auf Youtube einer früheren Veranstaltung nachvollziehen können.
Die Präsentation selbst haben Cheatha und ich mit Prezi erstellt. Die Prezi Folien als PDF gibt es auch.

Das Handout als PDF  bzw. odt-Datei zum Bearbeiten habe ich hiermit nachgereicht

Manöverkritik

Beim Praxisteil sehe ich für mich noch Raum zur Verbesserung, da ich hier die nicht so Computer-Erfahrenen teilweise doch überfordert habe.

Die Programme, welche wir behandelten:

Es hat sich auch hier wieder gezeigt, das vor allem PGP beziehungsweise die freie Variante GPG nach wie vor viel zu kompliziert in der Einrichtung ist. Vor allem nach 3 Stunden Schulung geht hier nicht zu Unrecht einigen die Puste aus. Zusätzlich Publikum war weniger gut gemischt und ich hatte Vergessen mir Hilfen für den Praxisteil zu organisieren, welche sonst immer dafür gesorgt haben, dass niemand zurück fällt. Dennoch hatten alle Spaß an der Veranstaltung und werden wohl nochmal wieder kommen 🙂