Argumente gegen „Ich habe nichts zu verbergen“

Die Nonsens Aussage „Wer nichts zu Verbergen hat hat auch nichts zu Befürchten“ und ähnliche bekommen wir oft zu hören, wenn wir versuchen anderen zum Aktiven Widerstand gegen Überwachung, zum Beispiel durch Verschlüsselung, zu bewegen.

Ungeübten kann es schwer Fallen dagegen zu halten. Dies ist mein Versuch eine Gegenargumentation darzustellen:

Ein Video sagt mehr als Tausend Worte

Falls du in Konkreten Fall Zugang zum Internet hast, zeige der Person doch zuerst dieses zehn-minütige Video auf Youtube.

Link zum Video "Überwachungsstaat - Was ist das?" auf Youtube
Quelle: youtube-video von Manniac

Mit guten Beispielen macht Manniac klar, dass es auch viele unschuldige Opfer von Überwachung gibt. Habe damit schon eine sehr skeptische Schulklasse überzeugen können. 

Von „Ich habe nichts zu verbergen“ zu „Ich will Verschlüsselung lernen“ in fünf Minuten

Einleitung

Die eigene Meinung ist auch immer ein bisschen Selbstbild. Niemand gibt gerne seine Meinung auf und gesteht ein, dass die Überzeugung falsch war. Deshalb trenne ich gerne zwischen

  1. „Ich habe nichts zu verbergen“ und
  2. „Ich muss nicht verschlüsseln“.

Die erste Überzeugung muss der Gesprächspartner gar nicht aufgeben, nur die Schlussfolgerung (2).

 

Schritt 1. Zustimmen

A: „Ich habe nichts zu verbergen“

Du: Das glaube ich dir gerne, du bist ja auch ein guter Mensch.

Schritt 2 . Es geht um Kommunikation

Du: Zu Kommunikation gehören immer zwei. Ich verschlüssele nicht für mich, sondern für die Menschen, die mir wichtig sind. Damit die Leute die Privatsphäre brauchen nicht auffallen.

Schritt 3. Es gibt legitime Gründe für Privatsphäre

Beispiele:

  • Eine gute Freundin ist schwer erkrankt. Sie möchte auf gar keinen Fall, dass das irgendjemand mitbekommt. Schon gar nicht möchte sie, dass andere genau wissen, was sie hat, weil ihr das unangenehm ist, oder weil sie zum Beispiel berufliche Konsequenzen befürchtet. Damit wir trotzdem darüber frei reden können, obwohl wir uns nicht oft sehen, benutzen wir verschlüsselte E-Mails und Chats
  • Es gibt Familien, in denen sich alle einen Computer teilen. Da wäre es ja toll, wenn die eigenen E-Mails vor Papas neugierigen Blicken geschützt sind.

Du kennst bestimmt auch Leute, die aus gutem Grunde Geheimnisse haben wie zum Beispiel Anwälte und Ärzte. Oder Verwaltungen, die mit Kundendaten umgehen. Wäre es nicht gut, wenn dein Anwalt auf sicherem Wege mit dir reden könnte?

Schritt 4. Es geht darum seine Meinung ändern zu dürfen.

Jeder macht mal Fehler. Wenn meine alten Irrtümer mich für immer verfolgen würden, dann würde ich mich gar nicht mehr trauen meine Meinung zu sagen. Sonst werde ich ja für immer darauf fest genagelt.

Weitere Quellen

 

Eine ältere Version dieses Textes findet sich auch im Piratenwiki

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